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Nr. 739-740 Schaden- und Unfallversicherung: Tabellenanalyse 1999-2008 Brauchen die Verbraucher eigentlich eine Hausratversicherung? Sie selbst werden diese Frage wohl schnell und begeistert bejahen. Schließlich bedeutet die Versicherung Schutz für das Ergebnis von Konsumrauschaktivitäten der vergangenen Jahre. Schutz des neuen Flachbildschirms vom Media Markt und der Schrankwand von Ikea vor Feuer, Einbruch, Leitungswasserschäden, Sturm, Glasbruch und Elementarschäden. Dabei werden nur die wenigsten Verbraucher den Wert ihres Hausrates richtig einschätzen können. Vor allem nicht, wenn es um die Frage des größten Vermögens geht, das abzusichern ist: Bei 80 m² Wohnfläche dürfte der Wert des Hausrates nur selten über 80.000 € liegen, der unversicherte Ertragswert der eigenen Arbeitskraft in der Regel aber über 1 Mio. €. Aber auch der Versicherungsvertrieb dürfte zu den Fans der Hausratversicherung gehören. Eine Police, die der Kunde selbst will, bei der wenig Wettbewerb herrscht und die wenig Ärger bereitet. Lästig könnten lediglich Dokumentationspflichten des Beratungsgesprächs sein, dessen Aufwand in keinem gesunden Verhältnis zur Provisionierung steht. Die größten Fans der Hausratversicherung dürften hingegen in den Konzernzentralen sitzen. 15,8 % versicherungstechnischer Gewinn im Schnitt der vergangenen 10 Jahre, das ist mehr als in der bisherigen Abzockersparte Unfall, die nur auf 13,6 % kommt. 53 von 59 getesteten Unternehmen, die versicherungstechnische Gewinne machen. Und dazu ein rückläufiges Risiko: Das wichtige Risiko schwerer Diebstahl hat sich seit der Spitze 1993 mit 2,5 Mio. Fällen bis 2008 mit 1,2 Mio. Straftaten mehr als halbiert. Schön für die Versicherer, schön für versichererorientierte Vertriebe. Vertriebe jedoch, die eher das Interesse der Verbraucher im Mittelpunkt der Betrachtung haben, müssten eigentlich aufschrecken, wenn die Waage zwischen Anbietern und Konsumenten derart einseitig zu Gunsten der Anbieter ausschlägt. Wenn die Konsumenten aber über nicht genug freie Mittel verfügen, um den Ertragswert der Arbeitskraft ausreichend gegen die Risiken Invalidität, Tod und langes Leben abzusichern, sind Fragen angebracht, ob die bisherige Positionierung der Hausratversicherung in der Prioritätenliste der privaten Haushalte noch richtig ist. Die harten Fakten zu diesen Fragestellungen liefert der neue map-report 739-740 mit dem Thema „Schaden– und Unfallversicherung: Tabellenanalyse 1999 bis 2008“.
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