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Nr. 744-745 Solvabilität im Vergleich 2000-2010 Nach Berechnungen von map-report verlangt die deutsche Versicherungsaufsicht von den Gesellschaften für 2009 Solvabilität, also Eigenmittel, in Höhe von 37,9 Mrd. €. Nachweisen kann die Branche nach diesen Hochrechnungen aber stolze 85,4 Mrd. €. Damit ergibt sich eine Solvabilitätsquote in Höhe von 225,35 % der Amtsvorgabe, weit mehr als das Doppelte des geforderten. Diese Zahlen beruhigen den besorgten Verbraucher und entlasten den haftungsbedrohten Vermittler, wenn er die Daten des von ihm ausgewählten Versicherers auch kennt. Nun kann man trefflich und intensiv darüber streiten, ob eine üppig ausgestattete Solvabilität überhaupt in der Lage ist, die Versichertengemeinschaft vor den Folgen einer krisenhaften Entwicklung nachhaltig zu bewahren. 85,4 Mrd. € können sehr knapp bemessen sein im Verhältnis zum Kapitalanlagevolumen und den dort lauernden Gefahren. Doch Eigenkapital kostet auch Geld. Ein Lebensversicherer mit höchster Solvabilität müsste eventuell an die Eigenkapitalgeber so viel Dividende ausschütten, dass für die Überschussbeteiligung der Kunden kein Geld mehr bliebe. Auf der anderen Seite ist die Solvabilität von entscheidender aufsichtsrechtlicher Bedeutung. Wer nicht mindestens 100 % der Amtsvorgaben an Solvabilität darstellen kann, muss mit erheblichen Eingriffen der BaFin in den Geschäftsbetrieb rechnen. Die jüngste Vergangenheit hat deutlich gezeigt, was in diesen Fällen möglich ist: Vorstände, die zurückgetreten werden. Fusionen mit Nachdruck. Abwicklung durch Protektor. Die Solvabilität ist die zentrale Steuerungsgröße der Aufsicht. Wer Produkte eines Versicherers mit ausreichender Solvabilität vermittelt, läuft weniger Gefahren, im Problemfall in Regress genommen zu werden. Vor diesem Hintergrund könnte die im Vorjahr begonnene Veröffentlichung über Solvabilitäten die Bedeutung der Untersuchungen mit Ratings und dem Abläufeheft in Leben erreichen. Es ist mutig, die Veröffentlichung nicht zu haben.
(Erschienen im Juni 2010)
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